Nach einer viel zu langen Durststrecke, während der
ich Quellwolken nur durch verdreckten ICE-Scheiben oder durch die Fenster klimatisierter
Tagungsräume gesehen habe, ist es endlich wieder so weit. Kurzerhand tausche
ich den Schwarzwald gegen die Fränkische Schweiz, hänge den Apis 2 an den
Hacken und fahre zur Fliegerschule Feuerstein. Dort begann, angeschoben durch
den Kunstflieger Weltmeister Manfred Strössenreuther, meine viel bescheidenere
fliegerische Laufbahn. Angemeldet, und nach 10 Tagen und 37 Start flog ich „frei“,
wie man sagt. Bei meinem ersten Alleinflug war ich so aufgeregt, dass ich mich
an gar nichts mehr erinnern kann. Jetzt also, 28 Jahre später, stehe ich wieder
auf diesem wunderschönen Platz, der sogar den Hornberg in den Schatten stellt.
Außerdem gibt es hier keine Vereinsmeierei, die nervt. Nach einem
obligatorischen Checkflug, dessen wesentlicher Inhalt darin bestand, dass der
Fluglehrer und ich zahlreiche gemeinsame Bekanntschaften entdecken, mache ich mich
ernsthaft an die Tagesplanung. Doch was soll man planen, wenn der Himmel
wolkenlos ist, die Temperatur sich bei rund 35 Grad einpendelt und man noch
müde von den letzten ICE-Fahrten ist? Dann fliege ich mich eben mal warm. So
wörtlich hatte ich das noch nie genommen....
Der kleine Apis 2 schnurrt die ansteigende Piste 08
hinauf und hebt noch vor der Kuppe ab. Wieder einer dieser „krummen“
Flugplätze, aber das macht wenigstens den Charme aus, einen Charme, den ich zu
Hause mehr als vermisse. Trotz der Affenhitze steigt das Bienchen richtig gut
und bringt mich sicher auf „Ausklinkhöhe“. Ich fahre den Motor ein und endlich:
Ruhe. Wie sehr ich mich danach gesehnt hatte, können wohl nur andere Flieger
nachempfinden. Der Flug selbst ist eigentlich nebensächlich. Ich schaue mir den
Platz und die Umgebung an, kreise in mäßiger Blauthermik und schlafe fast ein.
Als meine Lust nach einen Kaffee unendlich groß wird, beschließe ich zu landen,
gerade noch rechtzeitig zur „Tea-Time“. Im Schatten genieße ich dann ein Stück
Kuchen und einen Kaffee mit meiner Süßen, die sich richtig freut, den Sonntag
nicht ganz alleine zu verbringen.
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