8. Juni 2014

Warmfliegen

Nach einer viel zu langen Durststrecke, während der ich Quellwolken nur durch verdreckten ICE-Scheiben oder durch die Fenster klimatisierter Tagungsräume gesehen habe, ist es endlich wieder so weit. Kurzerhand tausche ich den Schwarzwald gegen die Fränkische Schweiz, hänge den Apis 2 an den Hacken und fahre zur Fliegerschule Feuerstein. Dort begann, angeschoben durch den Kunstflieger Weltmeister Manfred Strössenreuther, meine viel bescheidenere fliegerische Laufbahn. Angemeldet, und nach 10 Tagen und 37 Start flog ich „frei“, wie man sagt. Bei meinem ersten Alleinflug war ich so aufgeregt, dass ich mich an gar nichts mehr erinnern kann. Jetzt also, 28 Jahre später, stehe ich wieder auf diesem wunderschönen Platz, der sogar den Hornberg in den Schatten stellt. Außerdem gibt es hier keine Vereinsmeierei, die nervt. Nach einem obligatorischen Checkflug, dessen wesentlicher Inhalt darin bestand, dass der Fluglehrer und ich zahlreiche gemeinsame Bekanntschaften entdecken, mache ich mich ernsthaft an die Tagesplanung. Doch was soll man planen, wenn der Himmel wolkenlos ist, die Temperatur sich bei rund 35 Grad einpendelt und man noch müde von den letzten ICE-Fahrten ist? Dann fliege ich mich eben mal warm. So wörtlich hatte ich das noch nie genommen....

Der kleine Apis 2 schnurrt die ansteigende Piste 08 hinauf und hebt noch vor der Kuppe ab. Wieder einer dieser „krummen“ Flugplätze, aber das macht wenigstens den Charme aus, einen Charme, den ich zu Hause mehr als vermisse. Trotz der Affenhitze steigt das Bienchen richtig gut und bringt mich sicher auf „Ausklinkhöhe“. Ich fahre den Motor ein und endlich: Ruhe. Wie sehr ich mich danach gesehnt hatte, können wohl nur andere Flieger nachempfinden. Der Flug selbst ist eigentlich nebensächlich. Ich schaue mir den Platz und die Umgebung an, kreise in mäßiger Blauthermik und schlafe fast ein. Als meine Lust nach einen Kaffee unendlich groß wird, beschließe ich zu landen, gerade noch rechtzeitig zur „Tea-Time“. Im Schatten genieße ich dann ein Stück Kuchen und einen Kaffee mit meiner Süßen, die sich richtig freut, den Sonntag nicht ganz alleine zu verbringen.

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