Was passiert, wenn man einmal ungestört von Sonntagsfliegern während der Woche fliegen möchte? Wenn man ganz viel Pech hat, so wie ich gestern, trifft man auf ganze Horden von testesteron-gesteuerten Wettbewerbsfliegern auf der Suche nach dem Siegeserlebnis. Aber nicht jedes Mal wird man über den Haufen geflogen. Es gibt auch andere Tage, so wie diesen.
Abends sehnten wir uns nach einem stilvollen Ort und einer guten Pizza. Diesen Ort fanden wir in den Innenstadt von Donaueschingen - ein Tipp der Luftaufsicht. Den Hänger mit dem kleinen Apis 2 nahmen wir einfach mit, da zwei Autos gerade dort parkten, wo sich (eigentlich) mein Abstellplatz befand. Auf Bitte-Bitte-sagen hatte ich keine Lust.
Ich bestellte nicht die übliche Pizza Tonno und merkte erst später, beim genussvollen Essen, wie symbolträchtig der Name meiner Pizza war: Pizza Vittoria! Sieg! Es war - zumindest für heute - der Sieg über alle Widrigkeiten, die mich in den letzten drei Monaten begleiteten. Ich hatte den Flieger in kürzester Zeit problemlos alleine aufgebaut. Trotz einiger Maulwurfshügel ging das mit der Ein-Mann-Aufbauhilfe besser, als mit drei Leuten, die alles besser wissen, durcheinander reden und an den Flügelenden zerren.
Es war ein guter Start in einen sich entwickelnden Wolkenhimmel hinein und dann ein wunderschöner Flug. Eine tolle (Gegen-)Landung bis kurz vor das Auto und dann waren wir schon wieder vor dem Hänger. Ich fuhr den Motor aus und die Spannung stieg. Aber der neu montierte Auspuff schien eine Veränderung herbeigerufen zu haben. Alle Federn noch dran, alle Haltestangen ebenfalls. Es war einfach wunderbar, ein Sieg! Nichts war kaputt. Es war, am 20. August, also so gut wie am Ende der Saison, der erste richtig tolle Flug, ein Flug, der segelfliegerisch anspruchsvoll war, ein Streckenflug eben. Und gleichzeitig ein Flug, der keinen schalen Nachgeschmack hinterließ, wie bei so vielen Flügen vorher. Ich konnte meinen Flieger einfach wieder abbauen (selbstverständlich auch alleine) und dann nach Hause fahren. Mit einem Umweg über die Pizzeria.
Auch wenn dieses Jahr nicht alles optimal gelaufen ist, freue ich mich über dieses Geschenk. Ein eigener Flieger ist immer etwas Besonderes. Auch eine Art Sieg.
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