5. August 2011

Set Pilot

Wenn schon das Wetter nicht das hergibt, was der Segelflugwetterbericht versprochen oder was ich mir erhofft hatte, dann kann ich ja den Tag wenigstens anders sinnvoll nutzen. Zusammen mit sieben Studierenden der Hochschule Furtwangen University arbeite ich am zweiten Teil eines Dokumantarfilmes über den Apis Jet - einen Apis 2 mit innenliegender Turbine. Eigentlich sollte der erste Teil des Films schon den Erstflug zeigen, dann wurde dieser aber verschoben. Wir behalfen uns damit, dass wir einige Flugszenen mit meinem Mini Nimbus „4H“ drehten, als Intro für den eigentlichen Film.

Um diese Flugaufnahmen zu erstellen, nutzen wir neben den Bodenkameras, eine kleine mobile Kamera mit HD-Qualität, die GoPro Hero. Diese wurde an verschiedenen Stellen des Segelflugzeuges angebracht: außen an der Nase, innen im Cockpit, auf dem Flügel, hinten auf dem Höhenleitwerk mit Blick nach vorne. Die Qualität hat überzeugt und wir werden die Kamera auch im zweiten Teil des Films nutzen.

Das Wetter in Kempten ist schwül, es sind keine guten Segelflugbedingungen zu erwarten. Ich hatte die Tage zuvor schon mit der Kamera-Position im Cockpit experimentiert. Das war nicht so einfach, denn um eine gute Perspektive zu erzielen, musste ich die Kamera auf dem Flarm montieren. Die Kamera verdeckte dann die Flarmantenne und - viel schlimmer - den Faden. Dies viel mir aber erst in der Luft auf, irgendetwas fehlte mir beim Kreisen.

Heute wollte ich erstmals die Flügelposition der Kamera ausprobieren. Von den Aufnahmen mit der „4H“ wusste ich, dass es nicht notwendig war, die Kamera außen am Randbogen anzubringen. Durch den Weitwinkel-effekt (ca. 170 Grad) wäre dann zu viel Flügel und zu wenig Segelflugzeug auf den Bildern. Ich brachte die GoPro daher in Flügelmittel, knapp hinter den Klappen an. Dazu setze ich mein Saugstativ auf die Stelle auf, unter der ich ungefähr den Holm vermutete, drückte diese fest an und sicherte es mit ausreichend Klebeband.

Da ich keine Fernbedienung hatte, musste ich die Kamera kurz vor dem Start selbst aktivieren. Es ist ganz lustig, denn man sieht sich dann später selbst beim Einsteigen, beim Check etc. zusehen kann. Die Bilder vom Startlauf, vom Abheben und vom Steigflug sind beeindruckend. Mit der Speicherkapazität lassen sich gut 30 Minuten aufnehmen. Leider zeigte sich ein Problem: Nach ca. fünf Minuten begann das Objektiv zu beschlagen und zwar erstaunlicherweise nur an einigen Stellen. Damit waren die Aufnahmen unbrauchbar, weil über dem Bild ein milchiger Schleier lag (das Problem hatte mit dem schwülen Wetter zu tun, später funktionierte die Kamera wieder einwandfrei).

Ich ärgerte mich zunächst, war dann aber doch froh über dieses Ergebnis. Hätte ich es nicht im Urlaub ausprobiert, wäre das Problem möglicherweise ohne Vorwarnung bei den „offiziellen“ Aufnahmen zum Erstflug aufgetreten. Also lieber jetzt und dann aus diesem Problem lernen. Als Erinnerung reichen die Aufnahmen allemal. Vor allem als Erinnerung an das flaue Wetter über Kempten.

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